Josef Müller erzählte, wie man unendlich reich wird

27.11.2013 09:56:00 von Andrea Richert

Und wie besser nicht

Am 21. November war Josef Müller in Butzbach im Gemeindezentrum der Stadtmission, um über sein Leben zu berichten. Er beschrieb amüsant und zugleich spannend, welche unglaublichen Abenteuer zu seinem vollkommen verrückten Leben gehörten. Einem Leben, das von außergewöhnlichen Ereignissen gezeichnet war und zu einem veritablen «Schurkenstück» auszuarten drohte. Das Publikum konnte immer wieder laut lachen oder auch schmunzeln, wie dieser lebenslustige Mann aus seinem Leben berichtete.

Die Münchner Schickeria kannte ihn als den "Konsul von Panama", den genialen Steuerberater mit den extravaganten Luxuskarossen. Josef Müller brachte es im Rollstuhl zum Multimillionär. In seiner grenzenlosen Gier nach Reichtum wurde Müller zum Geldwäscher der amerikanischen Drogenmafia. Das FBI jagte ihn rund um den Erdball. Aus seiner jüngst erschienenen Autobiografie „Ziemlich bester Schurke“ las er einige Abschnitte vor, die Lust aufs Lesen machten.

Josef Müller wurde 1955 in Fürstenfeldbruck bei München als erster und einziger Sohn eines Kriminalbeamten und einer Operationsschwester geboren. Er wuchs in normalen bürgerlichen Verhältnissen auf. Im Alter von 16 Jahren konnte er mit einer Sondergenehmigung den PKW-Führerschein erwerben und hatte kurz vor seinem 18. Geburtstag einen schweren Verkehrsunfall. Seit dieser Zeit ist er querschnittgelähmt und auf die Benutzung eines Rollstuhls angewiesen. Nach diesem Einschnitt drehte Müller aber erst richtig auf: "Ich wollte nicht nur reich werden – ich wollte unendlich reich werden." Später wurde Josef Müller zum genialen Anlage- und Steuerberater. Die Sucht nach Profit brachte Josef Müller neben der Münchener Schickeria immer mehr in Kontakt mit Typen des weltweiten Drogenhandels. Er hat Allen große Gewinne versprochen, sie auch erzielt, doch am Ende alles verloren. Da konnte es nur eine Adresse geben: das Gefängnis. Durch diese Zwangspause fand Müller Zeit, sich auf andere Werte zu besinnen. Er hat sie genutzt und die hohen Mauern als ein neuer Mensch verlassen. Heute hoch verschuldet, hat er doch seinen wahren Reichtum gefunden.

Anschließend blieb Müller noch, um sein Buch, das reißenden Absatz fand, zu signieren und Fragen zu beantworten. Er hatte tiefen Eindruck bei seinen Zuschauern hinterlassen, die noch lange zusammenstanden und über das Gehörte redeten.

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